Islandurlaub – Teil 13

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29.08.2015

Ein paar Eindrücke von unseren letzten beiden Tagen in Reykjavík werde ich über ein Jahr danach in etwas kurzgefasster Form mit euch teilen. Sonst sehe ich es kommen, dass die noch ein weiteres Jahr auf sich warten lassen ;).

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Tatzenabdrücke auf dem Weg von unserer Wohnung zur Bushaltestelle

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Zunächst gingen wir zum Perlan, der der Warmwasserspeicher von Reykjavík ist und von dem aus man einen tollen Blick über die ganze Stadt hat.

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Danach nahmen wir an einer Free Tour teil, die sich wirklich sehr gelohnt hat. Ich erzähle jetzt mal in Bildern:

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Wir kamen vorbei an einem Elfenfelsen. Der musste Platz machen für eine Umgehungsstraße außerhalb von Reykjavík, weil sich aber die Elfenbeauftragte des Landes mit den Elfen darin unterhalten hat und von denen gebeten wurde, den Felsen nicht zu sprengen, bekam er einen Ehrenplatz hinter dem Regierungsgebäude.

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Island hat den höchsten Pro-Kopf-Konsum von Coca Cola

Der Free-Tour-Führer erzählte ein bisschen von der Politik in Island. Nach der Bankenkrise 2008 wurde in der „Pots and pans“-Revolution (wenn ich mich recht erinnere hieß die so, weil Leute mit Töpfen und Pfannen Krach gemacht haben beim Demonstrieren) die Regierung gestürzt, die verantwortlichen Bankmanager ins Gefängnis geworfen (wahrscheinlich in das einzige Gefängnis auf Island mit den momentan 12 Gefangenen, an dem wir später vorbeikamen) und ein Comedian, der die Spaßpartei „die beste Partei“ gegründet hat, wurde plötzlich Bürgermeister und verhalf Island wieder zum Aufstieg (wie habe ich mir nicht gemerkt ;)).

Überhaupt finde ich die Isländer total sympatisch. Neben der Tatsache, dass sie anscheinend unheimlich selten kriminell sind, zu hunderttausenden zur Gay Pride gehen (s. die Bildunterschrift zu einem Foto vom Anfang der Islandreise) haben sie auch als einer der ersten Staaten das Frauenwahlrecht eingeführt; nur Finnland und Norwegen waren noch schneller.

Er erzählte auch, dass der 01.03. Tag des Bieres ist, weil das 1989 der erste Tag war, an dem Bier legal wurde.

Das Konzerthaus „Harpa“

2011 wurde die neue Konzerthalle eröffnet, die ganz schön verrückt aussieht, aber eine sehr gute Akustik haben soll.

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Rathaus

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Im Rathaus gibt es ein großes Relief von ganz Island

 

 

Am Rathaussee Tjörnin

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Straßenkunst

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Am Hafen

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Die alte Hafengrenze war viel weiter in der Stadt als heutzutage

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Nach der Stadtführung waren wir auf dem Sommermarkt noch etwas essen. Wir waren am letzten Wochenende dort, an dem der Markt offen hatte. Ab September wird sich dort für den langen Winter vorbereitet.

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Abends waren wir in einem sehr herrlich bunten und verkramten Hipstercafé namens Babalú mit unendlich teurem Tee und Kuchen.

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und einer lustigen Toilette:

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30.08.2015

An unserem letzten Tag machten wir eine letzte Runde durch Reykjavík, Sascha aß einen Hot Dog von einem der vielen Hot Dog-Stände (die Isländer trinken nicht nur Unmengen von Cola, sie essen auch sehr viel Fast food) und deckten uns mit der berühmt-berüchtigten isländischen Lakritz-Schokolade ein, die wir sehr zu schätzen gelernt haben. Gegen 21 Uhr brachen wir dann gen Flughafen auf und mussten feststellen, dass auch in Deutschland der Herbst angefangen hatte :(.

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Islandurlaub – Teil 12

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28.08.2015

Unser Zimmer war übrigens mit mehreren kuriosen Eumeln bestückt, deshalb erwachten wir am nächsten Morgen fröhlich und gut ausgeschlafen.

Nach einem schönen Frühstück (mit Kaffeejoghurt – ganz interessant, aber nicht unbedingt wiederholenswert) sind wir gegen 11 Uhr zum Barnafoss (dem Kinderwasserfall) aufgebrochen. Das Wetter war sogar ganz schön und sehr stürmisch.

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endlich wieder Fladenlava

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Ich glaube, ich muss den Fotos gar nicht viel hinzufügen. Die Umgebung sah total toll aus, typisch isländisch verwegen und gnomisch.

Danach folgten wir einem Hinweis unseres Thermalpool-Buches und fuhren zum Krosslaug, einem 42°C warmen Wasserloch direkt unterhalb eines Bienennestes. Das hielt uns nicht davon ab, uns in der Kälte und dem Wind bibbernd auszuziehen, unsere Sachen sorgfältig an die umstehenden Äste zu hängen und uns ins warme Wasser zu begeben.

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Bienennest

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Als wir gerade so schön badeten, kamen uns zwei Leute entgegen, die uns wahrscheinlich gar nicht gerne sahen. Sie schlichen unauffällig um uns herum, guckten mal hier mal da, als ob sie abwarten wollten, ob wir wohl gleich wieder aussteigen würden. Leider nahmen sie keinen Kontakt auf, deshalb konnten sie nicht wissen, ob wir bald gehen würden und wir konnten nicht wissen, ob sie auch mal in den Tümpel wollten. Bald zogen sie wieder ab und wir waren wieder alleine.

Nach einem ausgiebigen Bad im warmen Wasser war uns so warm, dass wir geradezu das Bedürfnis hatten, uns in der windigen Luft etwas abzukühlen. Das war ein klarer Vorteil gegenüber unserer Badeerfahrung in Landmannalaugar, bei der wir beim Anziehen nach dem Bad fast erfroren wären.

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Der Name Krosslaug leitet sich übrigens hiervon ab:

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Nach unserem Bad hatten wir Hunger, so aßen wir unser Kartoffelcurry von gestern Abend (ja, wir haben uns wirklich sehr regional ernährt…), den Rest des Bananenbrotes (endlich!) mit Pfefferkäse und Schokoriegel am Steg eines windigen Hafens.

Da wir unser Auto heute noch abgeben mussten, suchten wir nach einer Möglichkeit, es zu waschen, denn es war wirklich sehr verdreckt.

Wir fanden eine Tankstelle, an der wir das ganz kostenlos tun konnten.

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Aus dieser Bürste kommt klares Wasser raus. Es ist ein Fest, damit das Auto zu waschen und zu bürsten!

Danach fuhren wir wieder nach Reykjavík, vorbei an unübersichtlichen HinweisschildernDSC_0902

und mit Zwischenstopp in Þorlákshöfn. Hier fanden wir hinter einem einsamen Golfplatz ein Stück Strand, an dem wir völlig alleine Möwen beobachtet und mit schwarzem Sand gespielt haben.

In Reykjavík angekommen stellten wir erstmal unser Auto auf dem Parkplatz ab, auf dem wir es auch bekommen haben, versteckten den Schlüssel wie verabredet unter der Fußmatte und verabschiedeten uns von ihm. Im Supermarkt, zu dem der Parkplatz gehört, kauften wir Zutaten für einen Flammkuchen, denn es wurde Zeit, dass wir den ersten Flammkuchen in verheiratetem Zustand backten. In der super schick eingerichteten Küche unserer Airbnb-Unterkunft taten wir dies.

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Nach dem Abendessen fuhren wir noch ins nächtliche Zentrum von Reykjavík, um ein Bier zu trinken. Wir fanden eine ganz herrliche Kneipe mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis – das Stofan in der Vesturgata – und bezahlten für zwei Biere umgerechnet 17 Euro! Dafür war es auch wirklich gutes isländisches Einstök-Bier.

Auf unserem Weg nachhause haben wir erneut Nordlichter gesehen. Sogar in der hellen Stadt! Sie waren natürlich nicht so beeindruckend wie in der Einsamkeit von Húsey, aber sie waren gut zu sehen und tanzten zum Puls der Großstadt über den Himmel ;). Danach beeilten wir uns, den letzten Bus um kurz vor Mitternacht (!) zu bekommen…

Islandurlaub – Teil 11

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27.08.2016

Nach einer unruhigen Nacht wegen Beschnarchung aus einem benachbarten Zimmer wachten wir recht früh auf und aßen Cornflakes im Bett. Schüsselchen und Löffelchen hatte ich schon am Abend vorher in der Küche erbeten.

Heute wollten wir einen letzten Versuch starten, Papageientaucher zu sehen. Wir hörten, dass auf der Halbinsel Vatsnes ein Vogelfelsen sei, der ursprünglich ein Troll war. Also fuhren wir dorthin. Es regnete in Strömen, deshalb ließen wir die Kamera im Auto. Tja, und es gab auch nichts zu fotografieren. Zumindest keine Papageientaucher. Nur Regen und hinter vielen Regenschwaden war ein Felsen erahnbar. So kehrten wir ins Auto zurück und priesen unser fahrbares Trockenfleckchen. Als nächstes wollten wir uns noch davon überzeugen, dass Robben bei so einem Sauwetter auch nicht so gerne draußen spielen. Auf dem Weg zu einer für Robben beliebten Bucht standen zwei Wanderer am Straßenrand. Die nahmen wir natürlich mit, denn sie waren total nass und taten uns leid. Zufällig wollten sie auch zur Robbenstelle. Die beiden kamen aus der Ukraine, aus Kiew. Die eine war Phonetikstudentin, die schon längere Zeit in England gelebt hat (und der man gar keinen slawischen Akzent anhörte) und der zweite war ihr Freund, der allerdings nicht so viel englisch konnte und deshalb eher wortkarg war. Allerdings guckte er freundlich.

Wir stiegen also bei der Robbenbucht aus. Es schüttete immer noch, aber nicht mehr ganz so stark wie vorhin. Natürlich bestätigte sich unser Verdacht, dass die Robben irgendwo Unterschlupf gefunden haben und geschützt vor unseren neugierigen Blicken kuschelten. Es stand nur ein großes poröses Nashorn im Wasser herum und steckte seinen Rüssel in die Brandung.

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Etwas enttäuscht gingen wir zum Auto zurück und legten uns zurecht, dass die Robben bestimmt deshalb nicht zu sehen gewesen waren, weil es erstens Ebbe gab, zweitens die See zu rau war und drittens der Wind eisig und der Regen böse war. Es waren nur um die 6°C an dem Tag.

Tja, so richtig viel hatten wir mit der Ukrainerin nicht zu reden, irgendwie gab sie immer nur so kurze Antworten und es ergab sich kein wirkliches Gespräch. Irgendwann waren wir etwas grumpig, weil wir uns wie ein willkommenes Taxi vorkamen, aber wir wollten die beiden auch nicht in den Regen hinauswerfen. Schließlich kamen wir wieder an der Ringstraße raus. Die beiden wollten an dem Tag noch nach Reykjavík und unser Ziel war ein Hof in Geirshlíð. Zunächst erholten wir uns von der ungemütlichen sozialen Situation im Auto in einer lustigen Tankstelle in Laugarbakki, die zugleich ein Kruscht- und Kramladen war.

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Darüber hinaus ist der Laden anscheinend auch Treffpunkt für die Bewohner der umliegenden Höfe; man kann auch Kaffee trinken und auf isländisch-wortkarge Art zusammensitzen.

Zum Mittagessen gab es wieder Bananenbrot, Käse und Skyr. Dann fuhren wir weiter auf der 1; sehr vorsichtig, denn es waberte dichter Nebel über die Straßen und Hänge. Als Sascha sagte: „es wäre doch schön, wenn das Wetter mal wieder besser würde“, verzog er sich allerdings schnell und man hatte die wunderschöne Umgebung wieder vollständig im Blick…

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Bei schönem Himmel und starkem Wind erkletterten wir den Krater Grábrókargígum, der sich auf der Straße neben uns auftat.

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Unsere nächste Station waren die heißen Quellen der Deildartunguhver, die insgesamt wohl die ergiebigste Heißwasserquelle Islands sind.

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wer Genaueres wissen möchte, kann hier nachlesen.

Mit der geothermalen Energie werden in Gewächshäusern Tomaten angebaut, von denen wir natürlich ein paar mitgenommen haben.

Weiter ging’s nach Reykholt, ein Dorf, das gleich in der Nähe liegt. Dort suchten wir einen natürlichen Hot Pot, der in unserem Buch über Thermalquellen in Island angepriesen wurde und erhofften uns ein warmes Bad. Es war gar nicht so leicht, den Tümpel zu finden und als wir ihn endlich auf dem Gelände eines Gymnasiums entdeckten, mussten wir auch feststellen, dass er nicht wirklich warm war, sondern sich eher der Außentemperatur angepasst hatte.

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Wir mochten aufgrund der Lage und der Temperatur auch nicht drin baden. Der Name des Pools geht übrigens auf einen Dichter und Politiker aus dem 12. Jh zurück, den Snorri Sturluson, der landesweit geehrt wird. Davon abgesehen gibt es im Dörfchen nichts außer einer alten Kirche, einer neuen Kirche, einem Hotel, ein paar Häusern und einer Tankstelle. Kein Ort für längere Aufenthalte.

So fuhren wir also weiter zu unserer nächsten Übernachtung in Geirshlíð, wo es herrliche Enten und ihre Küken gab, bei deren Fütterung wir zusehen konnten.

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Auch ein alter Transporter, der in grauer Vorzeit mal zu einem Anhänger umfunktioniert worden war, stand noch herum (darüber, ob er noch genutzt wird, streiten sich die Autoren des Blogs):

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In dem großen Gästebereich hatten wir eine Küche nur für unsDSC_0844

und ein Wohnzimmer, in dem wir uns vorm Schlafengehen noch durch eine große DVD-Sammlung gruben und schließlich bei einer Doku über den Ausbruch des Eyjafjallajökull („‚eyjafjattlajökütl“) und einer mariobarthesken Bühnenshow „Wie wird man in 60 Minuten Isländer“ gelandet sind, die wir irgendwann abbrechen mussten.

 

Islandurlaub – Teil 10

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26.08.2015

Heute wurden wir früh wach; es wurde dann doch etwas kühl im Wohnwagen. Zum Frühstücken gingen wir in die „Cafeteria“, die sich in der Yoga-Scheune befand. Hier aßen wir herrliches von Eygló selbstgebackenes Brot mit eben solcher Marmelade, Löwenzahnsirup, Keksen und Muffins und tranken selbstgepflückten Kräutertee. Die besagte Lehrerin war auch schon da und fachsimpelte mit Eygló über die isländischen Kräuter und klagte, dass sie in Deutschland immer ausgelacht und als Kräuterhexe verunglimpft wird, wenn sie Leuten bei verschiedenen Leiden bestimmte Kräuter empfiehlt. Das sei fast so wie im Mittelalter…naja, ich hoffe nicht. Jedenfalls hat sie auch einen Schulgarten, woraus wir schlossen, dass sie Lehrerin sein muss, wo das doch so wunderbar zu ihr passen würde.

Wir saßen auf den ausgebauten Sitzen des alten Schulbusses.

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im Vordergrund das Café, hinter der Lichterkette die Yogamatten

Gegen halb 11 fuhren wir los. Auf Eyglós Empfehlung hin sahen wir erstmal in Hjalteyri vorbei, ob es dort Wale zu sehen gäbe. Tatsächlich sahen wir ein paar Mal eine Rückenflosse, unmittelbar gefolgt von einem Whale Watching-Boot…

Aber er zeigte sich uns nie in seiner ganzen Pracht und weil uns nicht der Sinn nach Waljagd stand, verließen wir den Ort bald Richtung Siglufjörður. Die Lehrerin, die wir bei Eygló getroffen haben, hat uns von diesem Örtchen vorgeschwärmt; es sei so idyllisch wie ein Alpendörfchen in der Schweiz. Der Weg führte uns über steile Pässe, Steinküstenstraßen und durch einen 3 km langen, einspurigen Tunnel, der allerdings in regelmäßigen Abständen Einbuchtungen hatte, bei denen man Gegenverkehr durchlassen konnte.

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„Achtung, Entenwanderung!“

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wie soll man da auf einen Blick wissen, wohin man fahren soll???

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hier kann man selbst im trockenen Zustand so schön die Fließstruktur („Fließakkumulation“) auf den Berghängen sehen

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Im Dörfchen angekommen stellten wir fest, dass wir es als eher trist empfanden. Es gab 2-3 Cafés und einen Hafen, in dem es nach Fisch roch (stank) und ein Heringsmuseum. Das Dorf lebt(e) wohl vor allem von Heringsfang und -verarbeitung. Ein kleines Kirchlein gab es sogar auch.

Möglicherweise wirkte das Dorf auch wegen des miesen Wetters so trist. Aber man sollte nicht vergessen, dass das ganz normales Wetter auf Island ist.

Nach kurzer Fahrt durch Nebelschwaden und Wolkenschleier

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kamen wir in ein weiteres Örtchen namens Sauðárkrókur, was recht ähnlich aussah wie Siglufjörður. Eigentlich war der einzige Unterschied, dass hier kein Regen fiel.

Hier nahmen wir außerdem unseren übrig gebliebenen Süßkartoffelpamps von gestern Abend zu uns, den wir in Ermangelung einer verschließbaren Dose in der Verpackung der Glasnudeln unserer chinesischen Mitbewohnerinnen transportiert hatten (wenn wir unsere althergebrachten Süßkartoffeln hier essen, dürfen wir uns nicht beschweren, dass die Chinesinnen sich ihre Glasnudeln aus China einfliegen lassen).

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Unsere letzte Station auf dem Weg zu unserer nächsten Unterkunft war Glaumbær – eine alte Hüttenkolonie mit Torfhäusern, wie die Leute sie bis vor 100 Jahren zumeist in Island bewohnten. Wir bezahlten ein bisschen Eintritt und konnten uns die Häuschen dann von innen anschauen. Alles war sehr dunkel und kalt und hat sich seit 100 Jahren wahrscheinlich nicht besonders verändert. Wärmer war es damals sicher nicht und mit den kleinen Fensterchen war es wohl auch kaum heller.

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Ein Instrument, mit dem die isländer die düsteren Zeiten erträglich machten…;)

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Nach diesem Ausflug ins finstere 19. Jahrhundert aßen wir noch einen Kuchen/ein Lachsbrötchen im omaesken Café auf dem Gelände des Freilichtmuseums (im gelben Häuschen) und tranken einen wunderbar süßen, wärmenden Kakao dazu.

So langsam wurde es auch Zeit, ins Kiljan Gästehaus in Blönduós zu fahren. Ich war irgendwie ziemlich durchgekühlt, auch von der Vorstellung des anstrengenden Lebens in den Torfhütten, so dass ich mich auf eine warme Dusche freute. Wir gingen noch fürs Abendbrot einkaufen, was sich hinterher aber als unnötig herausstellte, denn im Gästehaus gab es keine Küche, sodass wir auf das hauseigene Restaurant zurückgriffen. Bis wir aber im Gästehaus waren, mussten wir erstmal noch einen orkanartigen Sturm durchqueren (15m/sec hat Sascha in der vedur.is-app herausgefunden), der die 10 Meter vom Auto zum Gebäude sehr abenteuerlich gestaltete.

Nach einer Verschnauf- und Essenspause machten wir einen Spaziergang durchs Dorf, das mancherorts etwas traurig und verfallen aussah. Man hätte fast denken können, man ist in irgendeinem verlassen Örtchen der ehemaligen Sowjetunion gestrandet, wären da nicht die für Island typischen kleinen Kirchlein und die allgegenwärtigen Traktoren.

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Neben unserer Unterkunft tobte und brauste das Meer.

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Abends im Zimmerchen legten wir uns aufs Bett, schrieben Karten und freuten uns über die Wärme.

Islandurlaub – Teil 9

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25.08.2015

Wir schafften es an diesem Tag schon recht früh aufzustehen, so dass wir gegen halb 10 das Gästehaus verlassen konnten. Heute hatten wir viel vor. Zunächst galt es, einen neuen Schwung Postkarten zu kaufen und den alten in den Briefkasten zu werfen.

Unser erstes Ziel war heute die Mývatn-Lagune, weil sie auf dem Weg lag und uns Flory, bei der wir am Anfang in Reykjavík übernachtet haben, sie wärmstens empfohlen hat. Die Lagune war, wie man sich aufgrund des Namens schon denken kann, am Mývatn gelegen – dem „Mückensee“. Uns sind aber fast keine Mücken begegnet. Das Bad ist – wie sollte es anders sein – auf einem Geothermalfeld gelegen und wird durch Erdwärme erwärmt.

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Schon von weitem sieht man’s dampfen.

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Auf den letzten beiden Bildern sieht man direkt neben dem Eingang zur Lagune dünne Ascheschichten, die sich da nach Vulkanausbrüchen abgelagert haben.

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das rechte Becken wird nicht benutzt

Im Badebereich riecht das Wasser schön schwefelig, und man selber dann auch. Es gibt zwei miteinander verbundene Becken (sieht man auf dem ersten Bild ein bisschen), man kann überall stehen und auf dem Grund ertasten die Füße groben Sand, der – wie man nicht durch das milchig-bläuliche Wasser sieht – schwarz ist. Der massiert die Füße und man kann ihn auch vorsichtig als Peeling benutzen. Ein herrliches Bad ist das. Man sitzt im warmen Wasser während es oberhalb des Wassers kalt ist und hat einen wunderbaren Ausblick in die Natur. Es ist außerdem halb so teuer wie die Blaue Lagune („nur“ 25 Euro) und man hat mehr Wasser für sich.

Es gibt außerdem eine Dampfsauna, in der die Leute natürlich mit Badeklamotten sitzen. Also, mir ist das irgendwie nichts. Ich weiß auch nicht, ob das so gut für den Stoff ist, die Hitze.

Nach zwei Stunden waren wir völlig entspannt und sind wieder gegangen, denn wir hatten noch Einiges vor heute. Vom Schwefel waren unsere Haare total strohig. Zum Glück hatte ich aus dem Hotal Örk in weiser Voraussicht ein Fläschchen Haarspülung mitgenommen, um dem Abhilfe zu verschaffen, hehe. Als wir wieder im Auto saßen, um nach Hverir zu fahren, einer bunten Mondlandschaft mit stinkenden Schwefelschwaden und blubbernden Schlammtöpfen, fiel uns auf, dass ein warmes Bad am Vormittag vielleicht nicht die beste Idee war, denn wir waren plötzlich unglaublich müde. Warum wir daran nicht gedacht hatten…

Aber hilft ja nichts. In Hverir angekommen, wurde ich wieder hellwach, denn alles war bunt. In dem Hochtemperaturgebiet am Fuße des Námaskarð wurde früher Schwefel gewonnen, heute liegt er überall in der Luft, über dampfenden Steinen und kochenden Schlammtümpeln und ein bisschen blümerant konnte einem schon werden vom in die Nase polternden Schwefelgeruch. Und im Boden war er auch zuhauf, deshalb war alles so bunt.

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Hverir von Ferne; es qualmen nicht die Autos

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Dampfgegarter Eumel

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Hier ein kleines Schlammtopf-Experiment, hihi:

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Als nächstes besuchten wir den Víti-Krater, der vom letzten Ausbruch des Krafla-Vulkans 1724 übrig geblieben ist. Dieser Vulkan ist der Hauptvulkan von einem ganzen Vulkansystem rund um den Mývatn. Hier ruhten wir uns ein bisschen aus und aßen unser Mittagessen.

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Zum selben Vulkansystem gehört Leirhnjúkur, der immer noch aktiv ist. Das merkt man daran, dass auf seinem Gipfel der Boden spürbar warm ist, an manchen Stellen dampft und der Schwefel wieder seine Farbpalette ausgepackt hat. Aber alles der Reihe nach.

Unten sieht man die Lavafelder der letzten Ausbrüche dem Vulkan schwarz (die neueren) oder moosüberzogen (die älteren) zu Füßen liegen.

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Über wackelige und teilweise schon etwas marode gewordene Holzpodeste erklommen wir die Höhen des Leirhnjúkur.

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Oben angekommen bot sich uns zum zweiten Mal an diesem Tag der Schwefelzauber. Auge freute sich, Nase kräuselte sich.

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Am „Ausgang“ zwängten wir uns durch das Drehkreuz ;).

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Wieder bei unserem Mietwagen angekommen baten uns drei Jungs, sie mit zu ihrem Mietwagen zu nehmen, der in etwa 15 km Entfernung in Reykjahlíð stand. Unterwegs erzählten sie uns, dass sie jetzt in die Mývatn-Lagune gehen wollten. Die haben es richtig gemacht, gegen Ende des Tages dorthin zu gehen. Sie machten uns auch sehr neidisch mit ihrer Schilderung eines Sonnenuntergangs, den sie von dort aus mal beobachtet haben. Das stelle ich mir schon sehr schick vor.

Auf dem Weg zu unserem nächsten Übernachtungsplatz in der Nähe von Akureyri (der zweitgrößten Stadt Islands) kamen wir schließlich an Dimmuborgir vorbei. Hier wohnen Trolle neben ihren versteinerten Verwandten und Bekannten. Der Legende nach wohnen hier außerdem die Weihnachtstrolle.

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Sascha erklärt sich die Entstehung der versteinerten Trolle nach Art der Geologen: Lava fiel bei einem Vulkanausbruch auf einen See oder Sumpf östlich vom Mývatn. Durch die große Hitze kochte und verdampfte das meiste Wasser davon, höhlte die inzwischen erstarrten Lavamassen von unten aus, die dadurch zusammenstürzten und übrig bleiben diese bizarren Lavafelsen. Naja, man kann ja glauben, was man will…

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…bekommt es aber dafür mit den Mücken zu tun

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Unterwegs nach Akureyri vertrödelten wir noch etwas Zeit mit den alltäglichen Kratern und Wasserfällen…wer hat sie schon gezählt und kennt ihre Namen…(nach 5 Monaten kann ich mich daran nicht mehr erinnern)

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gefährliche Mission einer Fotodrohne

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Schließlich war auch noch Tanken angesagt an einer einsamen Tankstelle…

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In Akureyri blieb uns nicht mehr so viel Zeit, weil wir uns bei unserer nächsten Gastgeberin nicht allzu sehr verspäten wollten. So standen wir etwas unter Zeitdruck, um noch etws fürs Abendessen zu kaufen. Leider gestaltete sich das trotz der liebenswürdigen Ampeln

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etwas schwierig. Die Läden hatten alle schon seit 18 Uhr geschlossen. Nach längerem Suchen fanden wir schließlich einen 1011, der 24h geöffnet hat.

Endlich machten wir uns auf den Weg nach Arnarnes zu unserem gemieteten Campingwagen. Der stand auf dem Hof von Eygló, gleich neben einem alten, zum Schlafwagen umgebauten Bus. Eygló ist eine sehr herzliche, rustikale Frau, die neben ihrem sehr gemütlichen Wohnhaus, in dem auch drei Übernachtungsgäste schlafen können, noch zwei Scheunen und die besagten Campingvehikel hat. Die eine Scheune steht voll von altem Trödel, Handarbeiten und Gemälden von ihr, in der zweiten Scheune hat sie eine große Fläche mit Yoga-Matten ausgelegt, wo sie Yoga-Kurse anbietet und daneben ist ein Café eingerichtet, in dem sie z.B. ihren Gästen Frühstück serviert oder ihren Yoga-Kunden selbst gepflückten Kräutertee anbietet.

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hinter den Bäumen: Eyglós Wohnhaus

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Yoga-Scheune

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Kunst-Scheune

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links die Yoga-Scheune, rechts die Kunst-Scheune, in der Mitte unser Schlafwagen

Eygló hat früher diesen Bus (auf dem Foto geradeaus) als Schulbus für die Kinder der Umgebung genutzt, um sie zur Schule nach Akureyri zu fahren. Dann ging er irgendwann kaputt, aber es hätte ihr leid getan, ihn zu verschrotten. Deshalb baute sie ihn zum Schlafplatz um.

Wir waren sehr hungrig und hatten wieder eine Süßkartoffel am Start. Wir durften in Eyglós Küche kochen und waren gerade fertig, als zwei ebenfalls hungrige Chinesinnen, die in Kanada studieren, in die Küche kamen und unseren Dienst am Herd nahtlos übernahmen. Wir unterhielten uns natürlich über unsere Islanderfahrungen und empfahlen uns gegenseitig Hot Pots und Wanderwege. Natürlich blieb auch das Thema „kulturelle Unterschiede“ nicht aus. Denn sie kochten ihren Salat und aßen Reis mit heißem Reiswasser und einer Prise weißen Pfeffers. Das sei sehr gesund bei Magenschmerzen, ich hatte jedoch das Gefühl, man werde dadurch eher zugepappt. Aber was weiß ich schon. Etwas später gesellte sich eine deutsche Lehrerin hinzu (von der wir sofort annahmen, dass dies ihr Beruf sei, bestätigt wurde es aber erst am nächsten Morgen beim Frühstück). Die zeigte uns ihren Islandblog, den sie während des Reisens schrieb (hätte ich das mal auch gemacht ;)) und erzählte, dass sie seit 3 Jahren jedes Jahr nach Island komme und mit jedem Jahr eine Woche länger bleibe. Der erste Urlaub habe eine Woche gedauert, dann habe sie gemerkt, dass das zu wenig sei, blieb beim nächsten Mal zwei Wochen usw.

Bald wünschte man sich eine gute Nacht und ging in seine jeweiligen Kojen.

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Islandurlaub – Teil 8

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24.08.2015

Der Plan war, gegen 9 Uhr aufzubrechen, denn wir mussten heute ca. 200 km schaffen, um zu unserem nächsten Bett zu kommen und hatten dazwischen noch viel vor. Das haute allerdings nicht so richtig hin. Der erste Fehler war, dass wir wieder Pfannkuchen machten und wieder Wendy einluden. Dann gesellten sich noch zwei junge Leute dazu, die gestern Nacht erst gekommen waren und auch sehr nett waren. Wir verquatschten uns gehörig, bekamen dafür aber eine Einladung nach Neuseeland. Es folgten die letzten Fotos und sonstigen Verabschiedungsrituale…

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Auch hier gibt es eine Tote-Tiere-Sammlung

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…schließlich kamen wir so gegen halb 12 los, zunächst mal die 30km-lange Holperstraße vom Hof zurück zur Straße. Ein paar Kilometer hinter dem Hof hielten wir allerdings an, denn was wir am Fluss sahen, verzückte uns…

Wurstig-wohlig wälzten sich die lieben am Ufer, nur eine kleine Robbe schwamm hin und her, kam recht nah an uns heran, blähte die Nüstern, tauchte und guckte. Von der haben wir 13 Fotos gemacht, aber ich verschone euch mal.

Unser nächstes Ziel war der Dettifoss im Jökulsárgljúfur-Nationalpark – der nach Wikipedia „leistungsstärkste“ Wasserfall Europas. Wir fuhren ungezählte Stunden dorthin, denn der Weg war weit und vor allem furchtbar holprig. Wir konnten stundenweise höchstens 30km/h fahren und bekamen so einen Eindruck von der unendlich scheinenden Einöde des Hochlands.

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Ganz schön windig…

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…trotzdem wächst da was

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hier scheinen Außerirdische ein Zeichen hinterlassen zu haben…

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Dettifoss

Nach der elenden Holperei kamen wir endlich am Dettifoss an.

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Weil wir Hunger hatten, machten wir uns auf einem sehr windigen Ort mit Bänkchen neben dem Wasserfall über unsere Vorräte her. Es gab noch Skyr, Marmelade und Nüsschen. Leider hatten wir keinen Löffel, aber mein Zauberrucksack gab einen Schuhlöffel frei, den man genauso gut zum Löffeln von Skyr mit Marmelade und Nüsschen benutzen kann, wie zum Schuhe löffeln.

Ásbyrgi

Bei unserem nächsten Programmpunkt – Ásbyrgi (immer noch im selben Nationalpark aber an einer anderen Stelle) – gibt es wieder etwas über Elfen zu lernen. Das Tal, das von oben aussieht wie der Abdruck eines Hufeisens, ist nämlich die kulturelle und wirtschaftliche Hauptstadt der Elfen. Der Wald sieht schon auch recht elfisch aus, finde ich.

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Dass das Tal hufeisenförmig ist, hätte ich so jetzt nicht gesehen, aber wozu hat man Reiseführer. Von unten kann man es nur erahnen.

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Das Foto bei Wikipedia gibt einen ganz guten Eindruck. Da sieht man auch, dass Odins Pferd hier drüber gelaufen sein muss, um diesen Hufabdruck zu hinterlassen. Das klingt viel schlüssiger als der Mythos der drei Glescherläufe, die vor tausenden von Jahren nach Vulkanausbrüchen das Tal so geformt haben sollen…

Es gab hier wohl auch mal einen Fluss und einen Wasserfall, aber der ist versiegt. Übrig geblieben ist ein See, auf dem nette Enten schwimmen.

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Karl og Kerling

Nach weiteren holprigen Kilometern kamen wir schließlich zu einer Wanderroute vorbei an vulkanisch geprägten bizarren Felsformationen wie „Karl og Kerling“, einem Trollehepaar, das aus unbekannten Gründen versteinert ist. Wir waren uns nicht sicher, welcher der trollgesichtigen Felsen jetzt das Ehepaar darstellen soll, aber schließlich einigten wir uns auf diesen Felsen, wo die beiden Rücken an Rücken sitzen:

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Die Landschaft ist einfach total verrückt und toll, das Wetter war gut, alles war gut :).

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aufmerksame Facebooknutzer haben dieses Bild schon woanders gesehen…;)

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Die Holperstraßen haben uns leider ziemlich viel Zeit gekostet, so dass es höchste Zeit war, uns auf den Weg zu unserer nächsten Unterkunft in Húsavík zu machen: das Gästehaus Sígtún.

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Das Gästehaus von außen

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Küche

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Küchenzwerge

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kitschige Baddeko

Nachdem wir unsere Sachen dort reingeschmissen hatten, machten wir einen Gang durch die Stadt, auch mit dem Bestreben, etwas zu essen zu finden. Húsavík ist eine Hafenstadt, die natürlich im Sommer besonders von Touristen lebt. Es gibt viele Anbieter von Whale Watching und sogar Puffin (=Papageientaucher) Watching, allerdings nicht mehr zu dieser Jahreszeit. Die Restaurants waren erfüllt von Sprechfetzen verschiedener Sprachen und voll von ihren Sprechern. Wir hatten Mühe, ein Restaurant zu finden, das erstens freie Plätze hat und zweitens nicht nur Fisch anbietet. Schließlich kehrten wir im Salka ein. An das Hauptessen erinnere ich mich nicht mehr, aber es gab ganz tollen Brownie-Kuchen zum Nachtisch!

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Als es langsam dunkel wurde, beschlossen wir nochmal unser Glück mit den Nordlichtern zu versuchen, diesmal bewaffnet mit Kamera. Wir fuhren ein bisschen raus aus der Stadt und fanden einen Ort, an dem es schön dunkel war. Die Generalprobe mit den Sternen klappte prima:

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Allerdings blieben die Elfenschleier aus ;). Irgendwann wurde es uns zu kalt und wir gingen ins warme Bett.

Islandurlaub – Teil 7

Standard

23.08.2015

Zum Frühstück gab es mal wieder Pfannkuchen.

Weil Wendy staunend vorbeikam, frühstückten wir mit ihr zusammen.

Das Esszimmer war übrigens im Wintergarten; hier kann man ihn von innen und von außen sehen:

Nach dem Frühstück hatten wir einen geführten Ausritt auf Isländern geplant. Wir waren ziemlich aufgeregt, ich bin davor bestimmt 15 Jahre nicht geritten und Sascha saß noch nie auf einem Pferd. Wir bekamen Snefax und Snerir zugeteilt und dann ging’s mit einer Gruppe von ca. 15 mehr oder weniger reiterfahrenen Leuten los. Am Anfang dachte ich, ich falle sogar im Schritt herunter; dieses Pony hat gewackelt wie ein Kuhschwanz. Nach einigen Minuten ging es aber. Nach ca. einer Stunde haben wir eine Pause eingelegt, unsere krummen Beine etwas vertreten, die Ponies fraßen Gras.

Unterwegs haben wir ein paar nette Robben getroffen, von denen ich allerdings von Snerirs holperndem Rücken aus kein Foto machen konnte; ich hatte zu große Angst um die Kamera. Während wir über die Ebenen geritten sind, habe ich mich ein bisschen mit dem österreichischen Voluntier unterhalten. Sie studiert Tiermedizin in Wien und erzählte, dass auf vielen Höfen in Island wohl jedes Jahr Voluntiere gesucht werden, um dem Besucheransturm gerecht werden zu können. Die bleiben dann 3 Monate auf dem Hof, für freies Essen und Unterkunft. Auch ein nettes Urlaubskonzept.

Nach zwei Stunden Ritt sind wir wieder auf dem Hof angekommen, waren ziemlich kaputt und mussten uns erstmal mit unseren übrig gebliebenen Süßkartoffeln von gestern Abend ausruhen. Danach wollten wir nochmal ein paar Robben besuchen. Die, die wir auf dem Ausritt gesehen haben, waren zu weit weg, so machten wir uns auf den Weg andere zu finden, von denen uns ein paar Mitgäste des Hofs erzählt hatten. Allerdings seien generell nicht mehr so viele Robben hier zu finden. Das liegt wohl daran, dass vor einigen Jahren das Kárahnjúkar-Kraftwerk gebaut wurde, das ein kürzlich erbautes Aluminiumwerk antreibt und das Wasser der großen Flüsse braucht. Die Folge davon ist, dass kleinere Flüsse in Island trocken gelegt oder jedenfalls ausgedünnt werden. Davon ist auch der Zufluss nach Húsey betroffen. Das Problem für den Hof ist, dass für Flora und Fauna wichtige Nährstoffe so nicht mehr herfließen, wie uns ein Voluntier erzählte. Vor 10 Jahren wurde den Bauern viel Geld von den Betreibern des Aluminiumwerks als Entschädigung versprochen. Davon haben sie allerdings bis heute nichts gesehen. Und deshalb schwimmen hier nicht mehr so viele Robben hin.

Wir machten uns also auf den Weg, die Gegend ein bisschen zu erkunden. Der Hof ist unheimlich weitläufig. Wir sind bestimmt 11 km gelaufen und waren immer noch mitten auf dem Gelände des Hofs. Auch der gesamte Ausritt fand übrigens auf zum Hof gehörigen Gebiet statt. Unterwegs fanden wir einen Haufen Bojen, die vielleicht Treibgut waren. Auf Húsey wohnen außerdem eine ganze Reihe verschiedener Vögel. Einige waren wohl gar nicht froh mit uns und flogen sehr dicht über unseren Köpfen hinweg, weil wir durch ihr Brutgebiet gelaufen sind, wie Wendy uns später erklärte. Sie kennt sich da sehr gut aus, sie ist in Neuseeland im Sommer „Wildlife-Führerin“, und wenn dort Winter ist, macht sie dasselbe in Schottland, wenn da Sommer ist.

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Als wir endlich Wasser sahen, waren wir schon ein bisschen ungeduldig und erschöpft vom ganzen Tag und dem vielen Laufen. Mir taten auch ein bisschen die Füße weh. Da bot sich uns dieses Bild:

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Wir wollten so unbedingt Robben begegnen, dass wir die sich bewegenden Punkte in der Ferne für solche hielten, aber je näher wir kamen, desto sicherer waren wir uns, dass das wohl eher Vögel sind. Tja, als wir unsere Täuschung bemerkten, gaben wir auf und gingen wieder nachhause, mit dem Hund ortsansässigen kuscheln…

…und Wäsche aufhängen, die bei dem Wind im Nullkommanix trocknet.

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Am Abend kochten wir Nudeln mit Tomatenpamps aus dem, was an diesem Tag abgereiste Mitgäste uns übrig gelassen haben, spielten Kniffel, unterhielten uns noch etwas mit Wendy und plumpsten dann ins Bett.